Von Ontario nach Quebec

Bei einem Blick auf die Karte, wird man feststellen, dass sofort hinter der Grenze von Manitoba nach Ontario eine riesige Seenlandschaft beginnt. Diese bestand aus vielen kleinen aber auch großen […]

Grillen in Sioux Narrows

Grillen in Sioux Narrows


Bei einem Blick auf die Karte, wird man feststellen, dass sofort hinter der Grenze von Manitoba nach Ontario eine riesige Seenlandschaft beginnt. Diese bestand aus vielen kleinen aber auch großen Nationalparks. Unseren ersten Aufenthalt machten wir in Sioux Narrows, auf einem wunderschönen RV Park direkt an einem See. Da wir hier mitten in der Natur waren, bot es sich natürlich an die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Dabei trafen wir nicht selten auf Rehe, Eichhörnchen, Weißkopfseeadler usw. Es war eine sehr erholsame Zeit, die wir aber auch brauchten nach der langen Fahrt. Die Urlaubersaison hatte zu dieser Zeit noch nicht begonnen, daher waren wir auf dem Campingplatz fast ganz alleine, was einerseits sehr entspannt war, aber über etwas mehr Kontakt hätten wir uns auch gefreut :). Während wir tagsüber unterwegs waren, verbrachten wir die Abende meist bei einem Bierchen mit Würstchen und Marshmallows am Feuer.
See bei Atikokan

See bei Atikokan


Drei Tage später ging unsere Tour weiter nach Osten und kamen nach einer sehenswerten Fahrt bei einem Campingplatz in der Nähe von Atikokan an. Nochmals von neuem wurden wir von der Gastfreundlichkeit der Kanadier überrascht. Nach einer freundlichen Begrüßung bekamen wir den einzigen Platz direkt am See. Gut es mag vielleicht auch daran gelegen haben das neben uns nur zwei weitere Camper dort waren, aber es kam noch besser. Da für die nächsten Tage super Wetter angekündigt war, wollten wir uns ein Kanu ausleihen. Leider vermieteten sie nur Motorboote, welche recht teuer waren und somit aus dem Rennen waren. Aber zu unserem Glück, hatten Freunde von den Besitzern des Campingplatz, ein Kanu, welches wir die Tage kostenlos nutzen durften. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und machten jeden Tag eine Tour zu verschiedenen kleinen Inseln auf dem See. In den kommenden Tagen haben wir reichlich Sonne getankt, Kanutouren gemacht und es uns am See gemütlich gemacht.
Moose

Moose


Doch auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende und so auch bei uns. Es ging für uns immer weiter Richtung Osten, vorbei an dem Lake Superior und einigen schönen und nicht so schönen Orten. Unterwegs übernachteten wir auf einigen RV Parks und erkundeten die Umgebung zu Fuß, mit Auto oder mit Kajak. Nicht selten standen Hinweisschilder an der Straße, dass Vorsicht vor Elchen geboten sei, aber nachdem über 300 Kilometer nichts zu sehen war, hatte man diese Schilder kaum noch beachtet. Wir waren schon fast am Lake Superior vorbei, als wir dann doch unseren ersten Elch in freier Umgebung gesehen haben. Nicht etwa am Straßenrand oder im Wald, nein mitten auf der Straße stand er. Dort konnten wir ihn mit seiner gewaltigen Größe bestaunen, ehe er sich langsam aus dem Staub machte.
Ottawa

Ottawa


Die nächste größere Stadt auf unserer Reise war keine geringere als die Bundeshauptstadt Kanadas, Ottawa. Auf einem RV Park kurz vor Ottawa haben wir übernachtet, während wir in den nächsten Tagen die Stadt unter die Lupe nahmen. Sehr zu empfehlen ist der Ausblick auf das Parlamentsgebäude, aber auch das Civilization Museum hat uns sehr zugesagt. Ottawa hat seinen ganz eigenen Charme, denn obwohl es die sechstgrößte Stadt Kanadas ist, spürt man nicht viel vom Großstadtdschungel. Zwar besteht auch diese Stadt aus einigen Wolkenkratzern, jedoch überwiegt hier der britische Baustil. Am letzten Tag in Ottawa haben wir uns dann noch das “Science and Technology Museum“ angeschaut, welches aber nicht halb so gut ist wie das in Berlin.
Basilique Notre-Dame

Basilique Notre-Dame


Ottawa hinter uns gelassen, ging es nun in die Provinz Quebec, in die Stadt Montreal. Ich muss zugestehen das ich anfangs etwas skeptisch war, ob mir dieser Teil der Tour gefallen wird, da ich keinerlei Kenntnisse mit der französischen Sprache habe und wie ihr sicher wisst, ist die Amtssprache in der Provinz Quebec französisch. Meine Zweifel waren aber unbegründet, denn nach nur wenigen Stunden fühlte wir uns sehr wohl in Montreal. Wir waren zwar etwas geschockt von dem chaotischen Verkehr der dort herrschte, denn vom fahren war keine Rede. Lediglich im Schneckentempo ging es auf dem Highway voran. Unseren Van hatten wir aber nicht in Montreal geparkt, sondern in Laval, einer kleineren Stadt nördlich von Montreal. Dort konnten wir das Auto kostenlos bei einer Freundin, die wir in Banff getroffen haben, abstellen. Also ging es nun vollgepackt mit dem Bus und der U-Bahn nach Montreal Downtown, wobei wir nicht so recht wussten wie wir dort hinkommen sollten.
St.-Josephs-Oratorium

St.-Josephs-Oratorium


Etwas Ahnungslos in den Bus eingestiegen, wo der Busfahrer nur französisch konnte, wurden wir aber von einer netten Dame geholfen. Glücklicherweise hatte sie den gleichen Weg wie wir vor sich und somit konnten wir mit ihr zusammen fahren. Unser Hostel stellte sich dann als absoluter Glücksgriff heraus, denn es glich eher einem Hotel als einem Hostel. Doch ohne den Tipp von zwei Freunden aus Vancouver, wären wir wohl gar nicht auf dieses Hostel aufmerksam geworden. Danke nochmals dafür ;). Montreal ist eine Stadt, in der für jedermann etwas geboten wird. Neben unzähligen Geschäften, Bars, Clubs und Restaurants, gibt es auch jede Menge Museen, Parks und andere Sehenswürdigkeiten. Wir waren wirklich begeistert von dieser Stadt, wozu das gute Wetter auch beitrug. Unteranderem haben wir uns die Basilique Notre-Dame angeschaut, die alte Stadt von Montreal, das Expo Gelände von 1967 sowie den Mont Royal bei Tag und Nacht. Ein besonders schöner Ausflug war die Fahrradtour durch Montreal. Diese führte uns zum einen nochmal durch Teile der Innenstadt aber auch zu einigen sehr schönen Parks. Der Höhepunkt des Ausfluges war dann aber die Formel 1 Strecke “ Circuit Gilles Villeneuve“, auf der eine Woche später der Große Preis von Kanada ausgetragen wurde. Diesen 4,3 Kilometer langen Kurs konnten wir komplett mit dem Fahrrad abfahren. Nach zehn schönen Tagen in Montreal hieß es für uns dann Abschied nehmen von vielen neuen Bekanntschaften. Denn unser nächstes Ziel hieß Toronto und damit unseren vorläufig letzten Punkt auf unserer Reise. Doch mehr dazu im nächsten Bericht.

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