Der Weg zurück nach Kanada

Den Trubel der Großstädte sollten wir in den kommenden sieben Tagen endlich mal hinter uns lassen. Auf dem Weg zurück nach Vancouver erlebten wir eine der landschaftlich schönsten, aber vor […]

Den Trubel der Großstädte sollten wir in den kommenden sieben Tagen endlich mal hinter uns lassen. Auf dem Weg zurück nach Vancouver erlebten wir eine der landschaftlich schönsten, aber vor allem vielseitigsten Touren, denn gleich am Tag unserer Abreise gab es einige Überraschungen.
Die Tour zum ersten Teilziel, dem Yosemite Nationalpark, starteten wir ohne großen Plan. Eine kerzengerade Straße führte uns quer durchs Death-Valley Richtung Norden. Wider Erwarten gab es weder Sonne noch Trockenheit, uns pfiff ein eisiger Wind um die Ohren und zwischendurch gab es sogar einige Schneeschauer. Selbst den lokalen Radioprogrammen war das ungewöhnliche Wetter aufgefallen.

Das Tor zur Sierra Nevada dagegen war eine wirklich schöne, kurvenreiche Straße, die selbst mit unserem trägen Camper Van richtig Spaß machte. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter sammelte sich nun mehr Schnee an den Straßenrändern. Die Nacht verbrachten wir auf einem RV Park in Mammoth, einem kleinen Skiort an den westlichen Hängen der Sierra Nevada. Bei Temperaturen von -8°C hatte ich mit meinem dünnen Deckenschlafsack keine angenehme Nacht. Die erste Anschaffung im nächsten Supermarkt war eine beheizbare Decke. Der dünne Schlafbeutel und die Heizdecke sind seit dem ein unschlagbares Team. 😉
Die nächste Überraschung folgte prompt: die Straßen Richtung Yosemite Nationalpark waren im Winter gesperrt. Nach dem verpassten Big Sur und der ausgefallenen Grand Canyon Tour, wollten wir unsere Pläne nicht schon wieder durch üble Witterungsbedingungen sabotieren lassen. Wir nahmen also einen Umweg von ca. 300 Meilen in Kauf um unser Ziel zu erreichen. Die alternative Route führte uns am Lake Tahoe vorbei, über grüne Wiesen und Laubwälder, in den Yosemite Nationalpark, in dem wir die nächsten 2 Nächte verbrachten.

Upper Yosemite Fall

Yosemite Falls

Das Yosemite Village ist umschlossen von riesigen Gebirgswänden, an denen einige tolle Wasserfälle ihren Weg ins Tal suchen. Auch wenn wir in den 2 Tagen nur einen winzigen Teil den gesamten Nationalparks sehen konnten, der Weg dorthin hat sich gelohnt. Eine Fülle verschiedener Tiere kreuzte unseren Weg, so konnten wir neben Maultierhirschen, vielen Vogelarten und verschiedenen Hörnchen auch einen Graufuchs bestaunen. Leider war weit und breit kein Schwarzbär zu finden, vor dem dort an jeder Pinnwand gewarnt wird. Alles was auch nur entfernt schmackhaft für die Waldbewohner riechen konnte (auch Spülmittel, Zahnpasta und Duschbad), musste übrigens bärensicher im sogenannten „Food Locker“ verstaut werden.
Am Tag darauf entschieden wir uns für eine etwas längere Wandertour, zu zwei abgelegenen Wasserfällen. Unsere Wege trennten sich auf halber Strecke, als ich die Tour mangels Bodenhaftung auf rutschigem Eis abbrechen musste. Andreas erreichte das Ziel und konnte bei seiner Rückkehr von einem Wahnsinns-Ausblick berichten. Mein Weg führte mich anschliessend zu den Yosemite-Falls und dem Mirror Lake. Prädikat sehenswert!
Bus am Crater Lake

Bushöhe: 2,70m

In den darauf folgenden Tagen nutzen wir fast ausschließlich den Freeway um möglichst große Strecken zurück zu legen, denn in Oregon und Washington State gab es für uns nicht mehr wirklich viel zu sehen. Eine Ausnahme war der „Crater Lake“ im südlichen Oregon, ein See, der durch die Anstauung von Regenwasser im Kessel eines Vulkans entstand. Leider gab es außer jeder Menge Schnee nicht viel zu sehen, denn über dem Wasser hing dichter Nebel, der uns jeglichen Ausblick verwehrte. Als kleinen Trost konnten wir einige Kilometer entfernt ein tobendes Flussbett bestaunen.

Astrid hat den Megablick

Ausblick VC Downtown

Nach 4 Tagen und fast 2000 Kilometern Tour erreichten wir Kanada, dass uns diesmal mit lachender Sonne begrüßte. Unseren ursprünglichen Plan, die erste kanadische Nacht auf einem Walmart-Parkplatz zu verbringen, mussten wir verwerfen. Das Parken über Nacht war hier nicht gestattet, also stellten wir uns direkt vor das Gasthaus, in dem wir für die darauffolgenden Tage ein Zimmer gebucht hatten.
Nach so vielen Kilometern ohne Schwierigkeiten, gönnten wir auch unserem guten Bus eine kleine Pause. Wir nutzten die Zeit und trafen Freunde und Bekannte, die wir vor genau einem Monat in Vancouver zurückgelassen hatten, verschickten Postkarten und holten unsere Karten für die Sozialversicherung ab, die inzwischen eingetroffen waren. Auf dem Foto rechts könnt Ihr den Ausblick aus Astrid´s WG bestaunen, in der wir uns ganze zwei Tage lang FastFoodFree ernähren konnten. Eine Kur für unsere aufgeweichten Big Mac-Körper.