Unterwegs in den Rockies

Wir sind nun doch schon etwas weiter als es der Blog vermuten lässt, aber anhand unseres Tourenverlaufs könnt ihr euch kundig machen wo wir gerade stecken. Nach Vancouver Island ging […]

Wir sind nun doch schon etwas weiter als es der Blog vermuten lässt, aber anhand unseres Tourenverlaufs könnt ihr euch kundig machen wo wir gerade stecken.

Tour nach Banff

Tour nach Banff


Nach Vancouver Island ging es für uns weiter zum nächsten Highlight unserer Reise, den Rocky Mountains. Doch zuvor stand eine zweitägige Autofahrt von Victoria nach Banff an. Diese führte uns ein letztes Mal durch Vancouver und vorbei an einigen schönen Seen und Flüssen. Um die knapp 900 Kilometer nicht an einem Tag abzureißen, entschlossen wir uns bei ungefähr der Hälfte der Strecke einen Stop einzulegen. Das witzige ist unsere Nacht verbrachten wir auf einem Schweizer RV Park. Man kann so gut wie möglich versuchen ohne Akzent Englisch zu sprechen und trotzdem finden die Leute sofort heraus, dass wir aus Deutschland kommen.
See bei Banff

See bei Banff


Am nächsten Tag erreichten wir dann die Rocky Mountains (umgangssprachlich auch Rockies 😉 genannt) und mit ihnen auch unsere erste Attraktion, den Lake Louise. Was haben wir nicht alles über diesen See gehört. Wie schön doch die Farbe des Sees wäre und das Zusammenspiel von See und Bergen erst. Lirum larum Löffelstiel, als wir ankamen sahen wir nur eins, Schnee. Der komplette See war zugefroren und mit Schnee bedeckt. Aber wer kann schon behaupten er sei über den Lake Louise gelaufen. Also machten wir uns nach einer kurzen Schneewanderung auf den Weg weiter nach Banff zu unserem Hostel. Unser Plan war eigentlich nur im Samesun Hostel zu wohnen, welches wir schon in Vancouver besuchten, jedoch war es den ersten Abend ausgebucht, also verbrachten wir unsere erste Nacht in einem anderen Hostel. Obwohl wir ein acht Bett Zimmer gebucht hatten, kamen wir in einem zehn Bett Zimmer unter. Gut sagen wir es mal so, neben den recht strengen Geruch von zehn männlichen Wesen, haben wir gut geschlafen. Am Abend waren wir dann noch mit einigen Leuten aus dem Hostel in der Stadt Pool Billard spielen. An dieser Stelle muss ich mich bei Robby und Paul für ihre Tipps in Billard bedanken, diese bescherten meinem Spielpartner und mir ein köstliches Bier :).
Blick vom Tunnel Mountain

Blick vom Tunnel Mountain


Banff ist ein sehr schöner kleiner Skiort, der vor allem durch sein Bescheidenes Auftreten hervorsticht. Obwohl es in der Stadt viele Geschäfte und FastFood-Ketten gibt, sieht man so gut wie keine großen Werbeschilder. Neben den vielen Möglichkeiten für Wintersportler, bietet die Umgebung genauso viel für Wanderer und Radfahrer. So machten wir uns am zweiten Tag auf zum Tunnel Mountain. Bei dem wir nach gut 2,5 Kilometer Aufstieg, mit etwas Schnee zwischendurch, mit einem fantastischen Ausblick über die Rockies belohnt wurden. Danach noch fix den Wasserfall mitgenommen und schon ging es ab zu unserem zweiten Hostel. Hier war unser erster Eindruck auch gleich positiver, denn neben einer besseren Küche und einem ordentlichen Aufenthaltsraum, verfügte dieses Hostel auch über eine eigene Kneipe. Naja und wie sollte es auch anders sein in einem Hostel, wir saßen keine zehn Minuten in der Küche und trafen die ersten Deutschen. Nicht umsonst sagen die Einheimischen, dass ein Großteil der Touristen Deutsche oder Australier sind und damit haben sie definitiv recht.
Dickhornschaf

Dickhornschaf


Die nächsten Tage in Banff bestanden aus weiteren Wanderungen zu Wasserfällen, Aussichtspunkten und Seen. Nicht selten kam es vor, dass uns kleine Nager auf den Wanderungen begleiteten. Ein besonderes Erlebnis hatten wir dabei mit einem Eichhörnchen, was wie wild auf und abgesprungen ist und ganz vernarrt auf meinen Müsliriegel war. Das Füttern von Tieren ist strengstens untersagt, aber was soll man machen wenn man krümelt. Jedenfalls sind uns dabei gute Aufnahmen von unserem kleinen Freund gelungen. Nach vier Nächten in Banff und netten Bekanntschaften, ging es für uns weiter nach Jasper. Dabei ging es über den Icefieldparkway durch eine grandiose Landschaft hindurch. Der Straße zog sich zwischen riesigen Bergketten hindurch, an wunderschönen Seen vorbei, super tollen Aussichtspunkten und einem gewaltigen Gletscher.
Der Weg zum Gletscher

Der Weg zum Gletscher


Angekommen in Jasper suchten wir uns erstmal eine Übernachtungsmöglichkeit. Unsere erste Idee, wieder in einem Hostel unterzukommen, ließen wir schnell wieder verfliegen. Denn die Nacht mit 40 Zimmergenossen zu verbringen war uns dann doch zu heftig. Also entschlossen wir uns auf einem nahegelegenen Campingplatz unterzukommen und siehe da, wir waren noch nicht ganz auf unserem Stellplatz, da machte es sich ein Grizzly auf der Straße gemütlich. Wir beiden waren so perplex, dass wir nicht einmal dazu kamen ein gutes Foto zu schießen, lediglich den Hintern haben wir drauf bekommen. Zwar war unsere Freude über den Bärenbesuch groß, jedoch beschlich uns ein mulmiges Gefühl, warum sahen wir ihn gerade auf unserem Campingplatz. Wir entschieden uns an diesem Abend sicherhaltshalber mit dem Auto zum Zähne putzen zu fahren :-D.
Five Lakes

Five Lakes


Jasper bietet, ähnlich wie Banff, eine ganze Menge an Freizeitaktivitäten. Bei unserer Wanderung um die “Five Lakes“, konnten wir sogar umsonst Boot fahren. Wir hatten noch auf dem Campingplatz einen Tipp bekommen, dass an einem der Seen zwei Boote liegen, wobei eines von beiden nicht angekettet ist. Bei so einer Einladung konnten wir nicht nein sagen und drehten eine Runde auf dem türkisblauen See. Das Ende unseres Aufenthaltes in Jasper kennt ihr ja sicher, unser guter Van hat auf dem Weg zum Lake Moraine schlapp gemacht. Den Bericht dazu gibt’s hier: Rod macht schlapp!
Werkstatt in Jasper

Werkstatt in Jasper


Da wir noch einen Tag auf unsere Ersatzteile warten mussten, bekamen wir eine Nacht gratis auf dem Werkstattgelände dazu. Das ganze hatte so ein bisschen was von einem schlechten Horrorfilm. Nachdem um 21Uhr der Schweißbrenner abgeschaltet wurde und der letzte Mitarbeiter den Hof verlassen hatte, wurde das Gelände abgeschlossen. Also verbrachten wir unsere Nacht zwischen diversen schrottreifen Autos und sonstigen Gegenständen. Am Morgen wurden wir dann sanft durch Kreissägen und Hammerschläge geweckt. Aber eins muss man dem polnischen Mechaniker zugute halten, nach 25 Minuten hatte er unser Auto repariert und wir waren Startklar. Nun ging es auf eine lange Reise durch das Flachland nach Ontario, über die Steffen bald berichten wird.